Heute durften wir die Tunnelbohrmaschine „Lilia“ besuchen!

Heute ging es in die Tiefen der tiroler Alpen, genauer gesagt, in den Brenner Basistunnel. Treffpunk war bei den Verwaltungscontainern am Zenzenhof. Dort wurden wir über das richtige Verhalten im Tunnel aufgeklärt und mit den entsprechenden Gerätschaften und Kleidung ausgerüstet, die im Tunnel vorschrift sind. Dazu gehören gutes Schuhwerk mit durchtrittssicherer Sohle sowie Stahlkappen, Bauhelm, Warnweste, eine Taschenlampe und ein Rucksack, der einen sogenannten „Lebensretter“ beinhaltet. Dieser wurde uns auch genauestens erklärt.

Wir fuhren dann auf die vor Ort befindliche Tübbingproduktion, die bereits in vollem Gange ist. Dort wurde auch ein bunter Tübbing entdeckt, der von zwei Volksschulklassen aus dem Wipptal angemalt wurde. Diese beiden Klassen, durften auch die Namen der beiden neuen TBM vergeben, die sich vom Zenzenhof in Richtung Wolf graben werden. Die Maschine die sich in der Weströhre befindet und bereits in Betrieb ist, hört auf den Namen „Ida“. Wir durften allerdings auf die Maschine „Lilia“, die sich in der Oströhre befindet und gerade erst „angedreht“ wurde. Den richtigen Bohrbetrieb wird sie in wenige Tagen aufnehmen.

Wir fuhren daraufhin durch den Einbringstollen auf ca. 2km Länge in den Rettungsstollen hinab. Hierbei geht es mit 10% Gefälle etwa 200m nach unten. Man sieht dort bereits die ganzen Queerschläge, die den Rettungsstollen mit den beiden Hauptröhren verbinden, Teilweise fehlt nur der Durchbruch in der bereits befestigten Wand. Es hat eine überraschend angenehme Temperatur von ca. 20°C.

Danach ging es weiter durch die östliche Hauptröhre in Richtung Brenner, in der gerade das Antriebsgestell für das Förderband errichtet wird, das später dann den Aushub durch den Rettungsstollen zu Deponie beförder. Diese Band hat eine Länge von ca. 3km und kann um bis zu 500m verlängert werden.

Nach mehreren hundert Metern Weiterfahrt sind wir schließlich in der Kaverne angekommen, in der die TBM zusammengesetzt wurde. Diese hat einen Durchmesser von 20m! Dort befindet sich auch der Auffahrbereich der kleinen Züge, die später die Tübbinge durch den bereits bestehenden Tunnel bis in die TBM liefern.

Aktuell wird gerade noch an der Gleisverlegung unter der TBM gearbeitet. Hier sind bereits die Tübbinge am Boden gelegt, um das Gleis dort zu fixieren. Die Maschine kann auf drei Ebenen begangen werden. Sie ist 160m lang und wiegt etwa 2.600t. Die Baukosten für eine der Maschinen beträgt ca. €30.000.000,-

Sie werden sich die nächsten 8,1km parallel durch den Tunnel graben. Danach wird wieder mit Sprengvortrieb gearbeitet. im Durchschnitt erreicht die Maschine in einer 24h-Schicht einen Vortrieb zwischen 17m und 18m. die Tübbinge werden während dem Bohrvortrieb angebracht und die Maschine spreizt sich für den Vortrieb an die bereits angebrachten Tübbinge. Der Bohrkopfdurchmesser beträgt 10,37m, wobei die Tübbinge einen Innendurchmesser von nur ca. 8,5m und eine Wandstärke von 30cm haben. Der Hohlraum zwischen Berg und Tübbing wird mit Rundkies und Zement ausgefüllt, um eine Stabile Hülle zu erhalten und den Tunnel mit dem Berg zu fixieren.

Auch den Leitstand der TBM durften wir besichtigen. Hierbei wurde festegestellt, dass die Steuerung unserer Klubanlage weitaus mehr Knöpfe und Regler besitzt. Zu guter Letzt wurde uns dann noch etwas über den Flucht- und Rettungsplan der TBM, sowie dem Evakuierungskonzept des Brennerbasistunnels erklärt, bis wir dann wieder über den Einbringstollen ans Tageslicht kamen…

Zum Schluss möchten wir großen Dank an Christina von der BBT aussprechen, die uns dies ermöglicht hat, sowie an Christian, der uns durch den Tunnel und auf die Maschine geführt hat und all unsere Fragen beantwortete.