Diese Woche ging es den Wagen an den Kragen!

Unsere beiden Mitglieder Hansjörg und Reinhard haben sich bereit erklärt, im Verein einen kurzen Alterungs-Crashkurs zu geben. Hierbei wurden zwei Varianten der Waggonalterung gezeigt. Was beide Varianten verbindet ist, dass sie ohne viel Aufwand, mit relativ wenig Material und in kurzer Zeit durchführbar sind und gute Ergebnisse erzielen.

Eines Vorweg, was bei beiden Varianten unbedingt im Vorhinein gemacht werden soll:

  • Die Radsätze sollten ausgebaut werden
  • Fettflecken von Fingern, etz sollten vorher entfernt werden
  • Fenster sollten mit Windowcolor oder Abriebfolie zugedeckt werden.

Variante 1 – Alterung mit Pulverfarben im Nassverfahren:

Die Pulverfarben werden mit einem eigenen Lösungsmittel in kleinen Mengen angemischt. Danach kann das ganze schon auf den ganzen Waggon mit einem Pinsel aufgetragen werden. Wenn man einmal rundherum gearbeitet hat, ist das Lösungsmittel bereits aufgetrocknet und man sieht das Ergebnis. Sollte zu wenig Farbe aufgetragen worden sein, einfach noch mehr Farbe auftragen. Sollte der Effekt jedoch zu Stark sein, einfach mit einem Pinsel nach dem Auftrocknen „abstreifen“.

Wichtig dabei ist, mit den dunklen Farben zu beginnen und sich dann erst zu den helleren Tönen vorarbeiten. Wenn die Pulverfarben nicht haften, sollte der komplette Waggon vorher mit mattem Klarlack bearbeitet werden. Und wenn einem das Endergebnis gar nicht gefällt, können die Farben einfach wieder abgewaschen werden.

Mit dieser Variante kann in kurzer Zeit (15-30 Minuten, je nach Wagengröße) ein kompletter Wagen gealtert werden. Der Glanz des Kunststoffes wie er beim Neukauf aussieht verschwindet dadurch bereits komplett. Sollte mehrere Details bis ins kleinste ausgearbeitet werden, kann man mit dieser Variante auch Stundenlang an einem Waggon sitzen…


Variante 2 – Alterung mit Schmink- und Pulverfarben im Trockenverfahren:

Hierbei muss der Wagen bereits im Vorhinein mit mattem Klarlack behandelt werden und sollte durchgetrocknet sein. Die Pulverfarben werden mit einem Pinsel in trockenem Zustand aufgebracht. Zu viel Farbe, kann einfach abgewedelt werden. Auch die Schminkfarben können gut mit einem Schminkpinsel aufgetragen und dann mit einem trockenen weichen Pinsel verstrichen werden. Für manche Effekte eignet sich ein Silikonpinsel aus dem Künstlerbedarf hervorragend.

Diese Variante ist zwar etwas Zeitaufwändiger, gewisse Details können hiermit aber einfacher/besser erzielt werden. Auch hier sollte zuerst mit den dunklen Farben gestartet und dann mit den helleren Farben fortgesetzt werden. Bei Nichtgefallen kann auch hier wieder der komplette Wagen abgewaschen werden.


Was für beide Varianten gilt:

Die Wagen sind bei beiden Varianten nicht Abriebfest, soll heißen, wenn man den Wagen öfters anfasst, können Fingerflecken entstehen, oder die Farbe geht vom Waggon ab. Wer seine Rollmaterial also des Öfteren von der Anlage nimmt, sollte diese also fixieren! Hierfür wird zum Schluss nochmals eine Schicht mit mattem Klarlack aufgetragen, aber Achtung: dies mildert den Alterungseffekt um ca. 30-50%. Man sollte den Waggon also eher stärker altern, wie viel man „überaltern“ sollte, hängt stark vom verwendeten Klarlack und der Auftragsstärke ab. Hier muss man einfach probieren und Erfahrungen sammeln…

Was bei beiden Varianten auch heraussticht ist, dass die Kurzkupplungskulissen, sowie die verschiedenen Kupplungen am Wagen verbleiben können, da sie durch die Alterung nicht in deren Funktion beeinträchtigt werden. Nach dem Durchtrocknen der Waggons, kann zu aller Letzt der Schutz der Fenster mit einem Zahnstocher o.Ä.  wieder entfernt werden.


Wir werden uns Rollmaterial nun vermehrt mit diesen Varianten etwas „in die Jahre bringen“ und freuen uns schon, euch bald die ersten Ergebnisse präsentieren zu dürfen.